11.02.2016
KNX fürs Riesenrad

Tradition trifft Moderne

Das Rad der Zeit anhalten? Geht nicht. Zurückdrehen? Auch nicht. Was aber bestens funktioniert: Traditionelles mit Modernem verknüpfen. Genau das passiert beim Wiener Riesenrad. Siblik, SmartHomeKrainer und Elektrotechnik MaZim arbeiten mit Fingerspitzengefühl daran.

Er kennt das Riesenrad bereits von klein auf. Und zwar nicht als Fahrgast, sondern als jemand, der bereits im zarten Alter von sechs Jahren hinter die Kulissen schauen durfte. Mit seinem Vater, dem damaligen Haus- und Hofelektriker des Wiener Wahrzeichens. Nun ist es Martin Zimmermann, Inhaber von Elektrotechnik MaZim selbst, der bei sämtlichen elektrischen Fragestellungen beim Riesenrad den bestimmenden Ton angibt. Und er hat schon einiges erlebt in dieser Funktion: Von Mega-Projekten wie der Fußball-EM im Jahre 2008 angefangen –  als sich ein Bild des tschechischen Torhüters Petr Čech so mitbewegte mit dem Riesenrad, dass es aussah als würde er einen Ball fangen  –  bis hin zu zahlreichen Dreharbeiten für Film und Werbung. „Es kommen immer wieder Sachen auf mich zu, die bisher noch nie Thema waren. Das macht meine Arbeit irrsinnig spannend. Im Grunde genommen sind alle elektrischen Aufgabenstellungen hier Prototypen“, betont Martin Zimmermann.

 

Wird zur Komfort-Eventlocation: das Wiener Riesenrad
Bild: fotolia  

 

Im Moment ist er mit der Modernisierung der Waggons beschäftigt. Denn während die 15 im Laufe des Jahres 2016 neu kommenden Fahrgast-Kabinen nach außen hin noch mehr auf alt – sprich auf wie ursprünglich aussehend – getrimmt werden, hält im Inneren modernste KNX-Technik Einzug. „Wir wollen den Besuchern ein unvergessliches Rundfahrterlebnis in einem Wohlfühlambiente bieten: In angenehm temperierten Waggons, mit unterschiedlichen Beleuchtungsszenarien, mit individuell wählbarer musikalischer Untermalung und mit einigem anderen mehr“, verrät SmartHomeKrainer-Geschäftsführer Stefan Krainer, der der Elektrotechnik MaZim bei diesem Projekt bei der Planung und Programmierung zur Seite steht. „Martin Zimmermann und ich fanden einst über Siblik zusammen“, erinnert sich der Salzburger, der auch als KNX-Trainer tätig ist und der seine Dienste als KNX-Experte seit 2014 österreichweit anbietet.

Wozu das Rad neu erfinden?

Wieso KNX im Riesenrad? „Weils praktisch ist, weil der Verdrahtungsaufwand bei einer herkömmlichen Installation viel größer wäre, weil dieses System zu sehr vielen Komponenten, beispielsweise der Heizungssteuerung kompatibel ist, und weil sich damit alles schön visualisieren lässt“, argumentiert Martin Zimmermann, während Stefan Krainer vor allem die Herstellerunabhängigkeit von KNX in den Vordergrund stellt: „Ich bin schon sehr lange in diesem Bereich tätig, habe im Laufe der Jahre viele Erfahrungen gesammelt und zahlreiche Unternehmen kommen und gehen gesehen. Mit KNX sind wir auf jeden Fall auf der richtigen Seite, denn es springen immer mehr Elektriker und Hersteller auf dieses Bus-System für Gebäudeautomation auf.“

 

Basalte Asano P1: 1-Zonen-KNX-Stereo-Verstärker mit B&O-Endstufe und 2 analog Chinch Eingängen
Bild: Siblik  

 

Auch Siblik ist schon vor langer Zeit auf den zunehmenden Trend in Richtung KNX aufgesprungen. Kein Wunder, bildet die intelligente Vernetzung der Gebäudetechnik über den KNX-Bus doch die perfekte Ausgangsbasis für ein anwenderfreundliches Funktionsspektrum in Sachen Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. Beim Wiener Riesenrad war aber vor allem die einfache Bedienung von entscheidender Bedeutung. Schließlich gibt es unter den insgesamt 15 Waggons im 1897er-Stil mittlerweile sieben Kabinen, die für ein romantisches Dinner zu zweit, für kleine Feiern oder für diverse andere Veranstaltungen stundenweise gemietet werden können. Demzufolge gestaltet sich auch die elektrotechnische Ausstattung der neuen Waggons unterschiedlich: Die Standard-Variante wird ausschließlich von außen bedienbar sein, während die Fahrgäste in den Luxus- bzw. Gastro-Waggons über ein Elsner-Touchpanel in die Temperatur-, Licht- und Musikregelung selbst eingreifen können.

„Darum war bei diesem Projekt höchste Bedienerfreundlichkeit gefordert, weil die Passagiere nach einer kurzen, nur zwei, drei Minuten dauernden Erklärung mit der installierten Technik zurechtkommen müssen“, erläutert Stefan Krainer. Als Erleichterung für die ausländischen Besucher wurde das Elsner-KNX-Panel von ihm in sechs Sprachen programmiert: Es „spricht“ also nicht nur Deutsch, sondern auch Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Niederländisch.

Das Rad der Zeit dreht sich

Das Riesenrad zählt seit jeher zu den größten Touristen-Attraktionen in Wien. Durchschnittlich drehen in diesem 1897 errichteten Wahrzeichen 600.000 Besucher pro Jahr eine Runde. Mit beeindruckenden Ausblicken aus bis zu 65 m Höhe. Ursprünglich wurde das Wiener Riesenrad mit 30 Gondeln geplant bzw. betrieben. Nach seiner fast gänzlichen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden aber nur noch halb so viele Waggons eingehängt. Das ist bis heute so geblieben. Nun sollen alle verbliebenen 15 Kabinen nacheinander demontiert, restauriert sowie mit diversen Komfortfunktionen versehen werden. „Damit auch im Winter ein zugfreies, angenehmes Wohlfühlklima in den Abteilen herrscht“, schmunzelt Martin Zimmermann und ergänzt: „Die Arbeit hier hat schon ihren eigenen Zauber. Die alte Mechanik mit der neuen Technik zu verbinden – das ist schon etwas Besonderes. Und es macht stolz, für so ein Wahrzeichen tätig zu sein. Daher liegt es mir wirklich am Herzen, dass da alles funktioniert und passt.“

Bis ins kleinste Detail passen muss es auch für Stefan Krainer. Seine Philosophie bei KNX-Projekten wie diesem lautet: „Wir nehmen von jedem Hersteller ausschließlich die Geräte, die am besten zu den jeweiligen Anforderungen passen.“ Siblik ist ihm in dieser Hinsicht der beste Partner. „Weil Siblik als österreichweit tätiger Spezialist für Haus- und Installationstechnik ein spannendes Portfolio im KNX-Bereich anbietet. Da gibt es einen guten Mix aus renommierten großen und überaus innovativen kleinen Herstellern, auf die wir zurückgreifen können“, weiß der SmartHomeKrainer-Geschäftsführer aus Erfahrung.

Beim Riesenrad-Projekt entschied er sich u.a. für Systemgeräte, Aktoren, Binäreingänge und Schaltuhren von Theben, für Touchpanels und Raumtemperaturregler von Elsner, für ein Audio-System von Basalte und für das Schalterprogramm von Berker.

 

Bald im Riesenrad: Das Schalterprogramm B.3 von Berker
Bild: Siblik  

 

„Theben, weil sich mit diesem System je nach Bedarf unterschiedliche Module, in unserem Fall beispielsweise ein Eingangsmodul, ein Schaltmodul und ein Dimm-Modul, zusammenstecken lassen; Basalte, weil dieses Audio-System über einen Verstärker mit direkter KNX-Schnittstelle verfügt; Elsner, weil dieses Unternehmen  ein absoluter Spezialist für den Bereich Messen und Fühlen ist und weil das Touchpanel dieser Firma auf einer einzigen Schalterdose Platz fand; Berker, weil die Schalterprogramme hochwertig und zeitlos sind“, begründet Stefan Krainer seine KNX-Produktauswahl.

 

Elsner Corlo Touch: der Touch-Wandschalter als Bedienzentrale und Infobildschirm
Bild: Siblik  

 

Das große Umrüsten hat begonnen

Am 18. Jänner wurde der erste neue Waggon angeliefert. Seither wird installiert. Die Zeiten einer Beschallung durch ein Autoradio sind Geschichte. Dank KNX halten in den neuen Gondeln nicht nur wohlige Temperaturen, sondern in den Komfort-Kabinen auch zahlreiche Zusatz-Benefits wie eine dimmbare Beleuchtung, eine Klimaanlage oder ein aus mehreren Quellen ansteuerbares Musiksystem Einzug. „Über einen Bluetooth-Empfänger kann hier sogar eigene Musik eingespielt werden. Wobei das System automatisch erkennt, von welcher Quelle ein Signal kommt“, beschreibt Stefan Krainer. Im ersten Bauabschnitt wird jeder einzelne Waggon KNX-fit und via Außentableau für das Riesenrad-Personal regelbar gemacht. Die Komfort-Kabinen erhalten zusätzlich noch ein Touchpanel im Waggon-Inneren, damit die Fahrgäste selbst ebenfalls über Klima, Licht und Musik mitbestimmen können.

 

Theben-Mix: Diese clevere Kombination spart Platz im Verteiler
Bild: Siblik  

 

Die KNX-Verknüpfung zwischen den einzelnen Gondeln folgt dann in einem weiteren Bauabschnitt. Da liegt dann laut Stefan Krainer die große Herausforderung in der Signalübertragung. „Es wird sich erst im Zuge der Umrüstarbeiten weisen, ob das über die Schleifringe zu schaffen ist oder ob es dazu eine Funk- oder WLAN-Unterstützung braucht“, bekennt er. Aber wie auch immer, eines scheint für alle Beteiligten am Riesenrad-Projekt gewiss: Letztendlich wird die Klima-, Licht- und Unterhaltungstechnik sämtlicher Kabinen wie geplant zusätzlich noch zentral von unten zu regeln sein. „Schließlich haben wir noch immer alles irgendwie auf die Reihe gekriegt. Bleibt uns eh nichts anderes übrig“, grinst Martin Zimmermann siegessicher, dass mithilfe von kompetenten Partnern wie SmartHomeKrainer und Siblik einfach alles möglich ist.

www.siblik.com