11.04.2017
OVE

Europäische Telekommunikationsnormung in Wien

Auf Einladung des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik besuchte ETSI-Generaldirektor Luis Jorge Romero Wien und stellte im Rahmen einer Informationsveranstaltung ETSI-Aktivitäten und -Strategien vor.

Die zunehmende Digitalisierung aller Geschäftsprozesse bewirkt einen enormen technologischen Wandel, der unsere Wirtschaft stark beeinflussen wird. Das Internet der Dinge, Machine-to-Machine Communication, Cyber Security, „smarte“ Technologien und 5G spielen dabei eine wesentliche Rolle. Damit alle künftigen Systeme im globalen Austausch kompatibel, effizient und sicher funktionieren, braucht es international einheitliche Normen und Standards. Im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT) erfüllt ETSI – European Telecommunications Standard Institute – als internationale Standardisierungsorganisation eine koordinierende zentrale Rolle.

 

Kompetenz in der IKT-Normung: Dipl.-Ing. Christian Gabriel (Leiter Bereich Normung im OVE), Dipl.-Ing. Franz Ziegelwanger (Leiter der Abteilung Technik der Sektion Innovation und Telekommunikation im BMVIT), Luis Jorge Romero (ETSI-Generaldirektor), Dipl.-Ing. Richard Valenta (Referat IKT im OEK/OVE), Ing. Werner Fischer (Präsident Österr. Nationalkomitee von IEC und Cenelec)
Bild: OVE/Ing. Martin Steiner  

 

Auf Einladung des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik besuchte ETSI-Generaldirektor Luis Jorge Romero nun Wien und stellte im Rahmen einer Informationsveranstaltung ETSI-Aktivitäten und -Strategien vor. ETSI, mit Sitz in Frankreich, wurde 1988 im Zuge der europaweiten Telekom-Liberalisierung gegründet und agiert seither global in der IKT-Standardisierung. Dabei ist es ETSI unter anderem gelungen, für den Mobiltelefonsektor mit GSM, UMTS, LTE und künftig 5G weltweit jeweils einen einzigen gültigen Standard zu etablieren.

Zugang zur internationalen IKT-Normung

Der OVE, in Österreich zuständig für die elektrotechnische Normung, war im Vorjahr ETSI als Vollmitglied beigetreten, um allen österreichischen Stakeholdern den Zugang auch zur internationalen Standardisierung im Bereich IKT zu erleichtern, wie Dipl.-Ing. Christian Gabriel, Leiter des Bereichs Normung im OVE, hervorhob. So bietet die Mitarbeit in der internationalen Normung der österreichischen Wirtschaft und Industrie die Möglichkeit, Entwicklungen aktiv mitzugestalten und daraus wirtschaftlich Vorteile zu ziehen.

Mitarbeit an Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie

In einem weiteren Vortrag beleuchtete Dipl.-Ing. Franz Ziegelwanger, Leiter der Abteilung Technik der Sektion Innovation und Telekommunikation im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), die Bedeutung von ETSI aus Sicht des Ministeriums und stellte in diesem Zusammenhang auch die Neuerungen der Radio Equipment Directive kurz vor. Schließlich informierte Dipl.-Ing. Richard Valenta, Referent für den IKT-Bereich im OEK Österreichisches Elektrotechnisches Komitee im OVE, über Möglichkeiten der Einflussnahme in der IKT-Normung. Das auf nationaler Ebene zuständige Komitee „TSK ETSI“, das die ETSI-Agenden spiegelt, wurde vor kurzem neu organisiert und lädt Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie zur Mitarbeit ein. Interessierte Expertinnen und Experten mögen sich bitte beim OVE, Herrn Valenta, melden.

Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und wurde insgesamt sehr gut beurteilt. Der OVE plant daher weitere Termine im gleichen Veranstaltungsformat, um über aktuelle Themen der elektrotechnischen Normung zu informieren.

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